Ein Krieg gegen die Bulimie- Im Kampf für mich selbst
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   7.07.14 22:36
    Ich kenne dich zwar noch
   15.07.14 23:16
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   21.10.14 00:16
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Einen Kompromiss mit der Seele schließen

Heute hatte ich ein besonders intensives und tränenreiches Therapiegespräch. Es ging um Familie und die schmerzhafte Enttäuschung, die damit einhergeht zu erkennen, das man von zu Hause nicht das bekommt, was man sich erwünscht und ersehnt: Geborgenheit, Rückhalt, Bestätigung... ihr wisst schon!

Trotz der Ermunterung, dass ich lernen kann und werde, mir diese Dinge selbst zu geben bzw. andere Menschen finden werde, die mir diese geben werden können, hallte der Schmerz den ganzen Spätnachmittag und frühen Abend nach. Schnell merkte ich, meine Seele verlangt Trost. Meine Freundinnen sind gerade alle in Urlaub oder mussten arbeiten, etc. Mein Süßhunger stieg beinah ins Unerträgliche und ich erwischte mich dabei, wie ich einen großen Ess-Brechanfall plante, um mich abzulenken und den Abend zu füllen, um die Angst vor Einsamkeit zu unterdrücken.

Doch dann erinnerte ich mich an meine Fortschritte und merkte, dass ein Rückfall mir auch nicht geben würde, wonach meine Seele hungert. Ich schloss also einen Kompromiss. Ich ging zum Café um die Ecke, holte mir ein großes Stück Nusskuchen, dann noch eine Klatschzeitschrift am Kiosk und kochte mir eine Tasche Tee. Langsam aß ich den süßen Kuchen. Dabei sagte ich meiner Seele: "Ich bin für dich da. Ich kann dich hören. Ich möchte nicht, dass du schreien musst."

Und es wirkt tatsächlich. Hier sitze ich nun, habe keinen Essanfall gehabt, habe es geschafft, ob meiner Enttäuschung ein bisschen zu weinen, schreibe einen Blogeintrag und freue mich auf einen gemütlichen Abend mit einer Folge "Extrem schwer". Mein letzter Essanfall ist 10 Tage her. Mein letzter Ess-Brechanfall schon 31 Tage!!! Ich bin heute sehr optimistisch und zuversichtlich, dass ich die Bulimie endlich hinter mir lassen kann.

 

7.7.14 20:03
 
Letzte Einträge: Falsch richtig - richtig falsch?!, Gedankenfreiheit , Ach, hallo Frust! Sag doch gleich, dass du es bist...


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Psychotikus / Website (7.7.14 22:36)
Ich kenne dich zwar noch nicht aber ich finde es sehr schön zu lesen wie du das Kämpfen gegen dein Inneres aufgibst und anfängst ihm zu zu hören.

Statt dein inneres quängelndes Kind still zu fressen nimmst du es in deinen Arm.

Ja das ist grad ne Metapher aber ich hoffe du verstehst das Bildnis das ich meine ;-)

Es drückt grad gut aus wie gerührt ich bin wenn Menschen ihren Weg zu ihrer inneren Mitte wiederfinden. Habe dafür selbst 20 Jahre gebraucht... und wie sich jüngst gezeigt hat komme ich auch noch manchmal von dem Weg ab. Aber wichtig ist ihn nicht wieder aus den Augen zu verlieren damit man immer zu ihm zurückfindet... zu sich selbst zurückfindet.


grueneamazone (15.7.14 23:16)
Hey Psychotikus!
Ja, das ist im Moment eine meiner Lieblingsmetaphern. Immer wenn ich wieder an den Punkt komme, an dem ich mich frage, ob es die Anstrengungen überhaupt wert ist, dann stelle ich mir vor, wie ich mein Kind wieder in den Keller sperre und weinen lasse. Das finde ich dann wieder so traurig, dass ich mir vornehme, es öfter in den Arm zu nehmen und zu fragen, was es gerade braucht.
Schön, dass du deiner inneren Mitte in den letzten 20 Jahren näher gekommen bist. Das wir dem inneren Kind ab und an trotzdem einmal unrecht tun, ist eben auch menschlich.

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